Bewegte Stille

Ein Stück von und mit: Fabian Cohn und Dominika Willinek                                              Musik: Nadja Lutter, frei nach Federico Mompou

Premiere im Juni 2010 im Willy-Brandt Saal des Rathaus Schöneberg zu Berlin.        Weitere Aufführungen: 48h Neukölln Festival 2010 in Berlin, Theater K Aachen, Theater Rampe, Basel (Schweiz).

Aufführung im Willy-Brandt-Saal. Foto: Sulamith Sallmann

Zum Stück:
Zwei Figuren – eine Frau, ein Mann – funktionieren wie Marionetten in einer skurrilen Pseudo-Show. Jenseits dieser schrillen Fassade wartet gähnende, trostlose Leere auf sie. Doch langsam beginnt das etablierte System zu bröckeln, es entsteht Raum für Unvollkommenheit, Zweifel, Emotion. Absurd, grotesk und dennoch subtil mäandert das Stück dabei durch unterschiedliche Facetten der Zweierkonstellation: Machtspiele, Resignation, Manipulation, Verlustängste – sowie ein flüchtiger Moment suchend-zärtlicher Annäherung. Ein tragisch-komisches Stück über den menschlichen Kampf mit der inneren Melancholie.

Zur Musik:                                                                                                              Federico Mompou (1893-1987), spanischer Pianist und Komponist, schrieb hauptsächlich Werke für Klavier. Mit seinem Stil suchte er eine Art katalanisches Idiom, stand aber auch unter dem Einfluss der französischen Impressionisten. Sein Zyklus Música Callada (Stille Musik) bot eine Ausgangsbasis für die Entwicklung von Bewegte Stille. Nadja Lutter interpretiert einige Stücke aus Música Callada, die sie durch eigene Improvisationen ergänzt.

Zur Arbeitsweise:                                                                                                               Im Laufe der 6-monatigen Entstehungszeit des Stückes setzten sich Fabian Cohn und Dominika Willinek intensiv mit den unterschiedlichen Auffassungen von Dramaturgie und der Möglichkeit des Narrativen im zeitgenössischen Tanz und in der Mime auseinander. Zu Beginn der Probenarbeit standen vor allem Improvisationen zu Themen wie „Melancholie“ oder „Ausbrechen“, sowie anatomische Bewegungsforschung. Später folgten Statusspiele und Figurenarbeit. Dabei experimentieren Cohn und Willinek mit sehr unterschiedlichen Bewegungselementen – Release Technik, Mime Corporel, Contact Improvisation und (Sprech-)Theater. Das Resultat ist ein Bühnenstück, in dem konkrete Elemente aus der Mime mit der abstrakten Bewegungssprache des Tanzes fusioniert sind.

 http://www.fabian-cohn.ch